Warum die Winterfütterung beim Pferd so wichtig ist!
Die Winterfütterung beim Pferd hat einen entscheidenden Einfluss auf Magen, Darm und Leber. Während der kalten Monate steigt der Energiebedarf, gleichzeitig fehlt das frische Weidegras. Viele Pferde bewegen sich weniger, stehen länger im Stall und haben häufig längere Fresspausen.
Das Problem: Der empfindliche Magen des Pferdes produziert rund um die Uhr Magensäure. Fehlt strukturreiches Futter als Puffer, kann die Schleimhaut gereizt werden. Auch die Darmgesundheit des Pferdes leidet schnell unter Futterumstellungen oder minderwertigem Heu.
Eine durchdachte Winterfütterung ist daher aktive Gesundheitsvorsorge.
Magenfreundliche Winterfütterung: Raufutter ist die Basis
Ein gesunder Magen beim Pferd braucht vor allem eins: kontinuierliche Raufutteraufnahme.
Grundregeln für den Magen im Winter:
- Mindestens 1,5–2 kg Heu pro 100 kg Körpergewicht
- Hochwertiges, schimmelfreies Heu
- Möglichst kurze Fresspausen
- Kraftfutter nur bei echtem Mehrbedarf
- Keine abrupten Futterwechsel
Raufutter regt die Speichelbildung an. Speichel wirkt als natürlicher Säurepuffer und schützt die Magenschleimhaut. Besonders magenempfindliche Pferde profitieren von eingeweichten Heucobs oder strukturreichen Ergänzungen.
Merke: Lange Fresspausen sind einer der größten Risikofaktoren für Magenprobleme im Winter.

Darmgesundheit beim Pferd im Winter gezielt unterstützen
Die Darmgesundheit des Pferdes ist eng mit der Fütterung verbunden. Im Dickdarm sitzen Milliarden Mikroorganismen, die Rohfasern verwerten und wichtige Nährstoffe produzieren.
Im Winter kann das empfindliche Gleichgewicht durch folgende Faktoren gestört werden:
- Futterumstellung von Weide auf Heu
- Weniger Bewegung
- Zu hohe Kraftfuttergaben
- Geringe Wasseraufnahme
- So stärkst du den Darm deines Pferdes:
- Rohfaserreiche Fütterung
- Langsame Futterumstellungen über mindestens 2–3 Wochen
- Ständiger Zugang zu frischem (nicht eiskaltem) Wasser
- Bei Bedarf prä- und probiotische Unterstützung
Gerade im Winter trinken viele Pferde weniger. Lauwarmes Wasser wird deutlich besser angenommen und kann Verstopfungskoliken vorbeugen.
Leber beim Pferd im Winter entlasten
Die Leber des Pferdes ist das zentrale Stoffwechsel- und Entgiftungsorgan. Im Winter ist sie oft stärker gefordert:
- Energierreicheres Futter
- Eventuelle Belastungen durch Heuqualität
- Weniger Bewegung
- Stoffwechselumstellungen
- Anzeichen einer belasteten Leber können sein:
- Müdigkeit
- Fellprobleme
- Verzögerter Fellwechsel
- Leistungsabfall
- Stoffwechselstörungen
Zur Unterstützung können kurweise Bitterstoffe oder spezielle Kräuter sinnvoll sein.
Fazit: Die richtige Winterfütterung schützt Magen, Darm und Leber
Eine durchdachte Winterfütterung beim Pferd ist der Schlüssel zu stabiler Darmgesundheit, einem belastbaren Magen und einer entlasteten Leber. Wer auf ausreichend Raufutter, kurze Fresspausen und eine angepasste Energiezufuhr achtet, sorgt für einen gesunden Stoffwechsel und einen vitalen Start ins Frühjahr.

